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Gluten im Brot: Die Menge macht das Gift

Die Menschen sind überzeugt davon, dass Brot gut tut. "Unser täglich Brot gib uns heute" und "Brot für die Welt" lassen keinen Zweifel daran, dass Brot ein Grundnahrungsmittel ist. Aber: 0,1 - 0,5 Prozent unserer Bevölkerung leiden an Zöliakie, eine echte Krankheit, wie ich sie verstehe.
Krankheiten sind für mich Reaktionen des Körpers auf Stoffe, die ihm zugeführt werden, die aber ein bestimmtes Maß an Schädigungspotential enthalten oder auf eine Lebensführung hinweist, die uns auf bestimmten Funktionsebenen nicht gut tut.

Menschen, die an "Zöliakie" leiden haben eine dermaßen ausgeprägte Unverträglichkeit gegen das Getreideklebereiweiß Gluten, das sie massive allergische Reaktionen entfalten und ihr Immunsystem mit Selbstzerstörung beginnt. Der Körper des betroffenen Menschen versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass der bedrohliche Stoff in seinen Stoffwechsel gelangt indem er die Dünndarmzotten abbaut. Die Bedrohung durch das Eiweiß Gluten bei "Zöliakiepatienten" muss so groß sein, dass er dabei in Kauf nimmt, auch andere lebensnotwendige Nährstoffe wie Fette, Kohlenhydrate, sowie Vitamine und Mineralien, ebenfalls nicht aufnehmen zu können. So genial wie dieser Rettungsversuch des Körpers ist, so bedrohlich ist er damit für die Gesundheit des Zöliakiepatienten, dem es durch "unser täglich Brot" und unser gesellschaftlichen Essgewohnheiten sehr schwer fällt zu verstehen, dass er das , was doch alle essen, nicht essen darf.

In Deutschland ist das ein großes Problem, denn wir Deutsche essen weltweit am meisten Brot überhaupt. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob nur diese 0,1 - 0,5 Prozent einen genetischen Defekt haben, oder ob auch andere Menschen ein Problem mit Gluten haben? Wissenswert dabei ist, dass sich der Glutenanteil in unserer täglichen Nahrung insbesondere in den letzten Jahrzehnten vergrößert hat. Das liegt zum Einen daran, dass wir heute viel mehr Getreidesorten benutzen, die mehr Gluten enthalten als andere, früher mehr gebräuchliche und andererseits beispielsweise der Weizen durch Zucht so verändert wurde, dass der Glutengehalt immer mehr anstieg, um das Mehl besser verarbeiten zu können und die Backwaren den heutigen Verbrauchergewohnheiten besser anzupassen.

Sie müssen aber wissen, dass man Gluten nicht entweder problemlos verträgt oder aber an "Zöliakie" leidet. Der Prozess des Grades der Unverträglichkeit ist stufenlos: Die Dosis macht das Gift. Derzeit häufen sich Stimmen, dass jeder zweite Deutsche eine mehr oder weniger ausgeprägte Form der Glutenunverträglichkeit hat! Die Symptome (Müdigkeit, Energielosigkeit, Blähbauch, Durchfall) sind wesentlich unspektakulärer als bei dem Vollbild und werden von den meisten Betroffenen nicht mit ihrem Brotverzehr in Verbindung gebracht.

Um herauszufinden, ob und wie stark Ihre persönliche Glutenunverträglichkeit ausgeprägt ist: Lassen Sie einen Stuhl- oder Bluttest durchführen, oder essen Sie einen Monat glutenfrei. Meiden Sie Produkte die aus Weizen, Roggen, Dinkel, Bulgur, Grünkern sowie Gerste hergestellt wurden. Glutenfreie Alternativen sind Reis, Mais, Hafer, Kichererbsen, Buchweizen, aber auch Amaranth und Quinoa. Jedoch Achtung: Gluten ist in vielen Nahrungsmitteln als Emulgator sowie Stabilisator enthalten. Sicherheit gibt Ihnen nur der Hinweise "glutenfrei" auf der Nahrungsmittelverpackung. Es könnte sein, dass Ihr Wohlbefinden ebenso steigt wie bei den 50 - 80 Prozent der Nordeuropäer, die sich glutenfrei ernähren.

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